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Ludwigsburg

50 000 Euro-Investition gegen den täglichen Stillstand

Ampeln an der Ludwigsburger Straße in Schwieberdingen: Rathaus und Kommunalpolitik wollen hier eine neue Lösung. Foto: Oliver Bürkle

Für die Anwohner der Gartenstraße bietet sich morgens und abends zur Rushhour immer wieder das gleiche Schauspiel. Autos stehen Stoßstange an Stoßstange und quälen sich mühsam auf die Ludwigsburger Straße, die die Pendler entweder in den Schwieberdinger Ortskern oder in Richtung Kreisstadt bringen. Die Kreuzung, in die auch der Scheerwiesenweg mündet, wird durch eine alte Ampelanlage überwacht, die allerdings ein Manko hat: Sie hilft nicht dabei, dass der Verkehr fließen kann.

Deshalb soll jetzt ein neues System her, das hat der Ausschuss für Umwelt und Technik entschieden. Er spricht sich dafür aus, die Ampelanlage zu ersetzen – und gibt der Gemeinde gleichzeitig grünes Licht für eine Investition in Höhe von rund 37 600 Euro. Hinzu kommt ein Vorsignal oberhalb der Gartenstraße, das dafür sorgen soll, dass die Ludwigsburger Straße freigehalten wird und Autos aus der Gartenstraße besser ortseinwärts oder -auswärts abbiegen können. Macht inklusive der Honorarkosten für eine Spezialfirma fast 50 000 Euro.

„Ich betrachte diese Investitionen nicht als Zusatzkosten“, sagte der Freie Wähler Hans-Peter Birkhold im Ausschuss. „Der regelmäßige Stau auf der Gartenstraße muss sich in Stoßzeiten auflösen können.“ Zustimmung signalisierten auch die anderen Fraktionen.

Das neue System funktioniert so: Wenn Autos von der Gartenstraße und dem Scheerwiesenweg auf die Ludwigsburger Straße einbiegen (oder Fußgänger die Fahrbahn überqueren wollen), springen die Ampel und das Vorsignal auf Rot. Fahrzeuge, die ortsauswärts unterwegs sind, können problemlos abbiegen. Autofahrer in Richtung Ortskern müssen vorher noch Fußgängern die Vorfahrt lassen, bis sie an der Reihe sind. Dafür sind rund neun Sekunden vorgesehen. „Wir werden aber evaluieren, ob die Einstellzeit funktioniert“, sagt der Bauamtsleiter Ulrich Wemmer. „Wenn es nötig ist, können wir nachjustieren.“ Wemmer geht zudem davon aus, dass die neue Ampel nur noch Rot oder Gelb anzeigt und im Normalbetrieb schwarz bleibt.

Restlos zufrieden ist die Schwieberdinger Kommunalpolitik nicht. Sie hatte sich gewünscht, dass die Ampel für die Fußgänger auf Rot bleibt, wenn niemand die Ludwigsburger Straße überqueren will. Dann hätten die Autos aus der Gartenstraße und dem Scheerwiesenweg noch mehr Zeit, um einzufädeln.

Dem teilt jedoch das Fachbüro eine Absage, das die Gemeinde für die Planung der neuen Ampelanlage beauftragt hat. Ein Vertreter verweist auf eine Richtlinie für – Achtung Behördendeutsch – Lichtsignalanlagen, die mit Rilsa abgekürzt wird. Er sagt: „Die Richtlinie empfiehlt, dass auch die Fußgängerampel auf Grün schaltet.“

Philipp Schneider
17. März 2017
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